Karlsruhe, Deutschland
Pilotstadt — SmartUrbanity
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Ihre Meinung ist entscheidend, um die Lebensqualität in Karlsruhe zu verbessern. Nehmen Sie an unserer Umfrage für Karlsruher Bürgerinnen und Bürger teil.
Zu den UmfragenKarlsruhe
Karlsruhe ist eine mittelgroße Stadt im Südwesten Deutschlands, gelegen in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen dem Rhein und dem Schwarzwald. Die Stadt hat rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner und erstreckt sich über etwa 175 km². Bekannt ist sie als „Fächerstadt", da ihr historischer Stadtgrundriss fächerförmig vom Karlsruher Schloss ausstrahlt — eine Struktur, die die Identität und Orientierung der Stadt bis heute prägt.
Karlsruhe ist zugleich Deutschlands „Stadt des Rechts" — Sitz des Bundesverfassungsgerichts und des Bundesgerichtshofs — sowie ein bedeutender Wissenschafts- und Technologiestandort, allen voran durch das Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Mit dem ZKM als Ort für Kunst und digitale Medien wurde Karlsruhe zudem als erste deutsche Stadt zur UNESCO Creative City of Media Arts ernannt.
Mobilität und Pilotgebiet
Eine bereits multimodale Stadt auf dem Weg zur klimaneutralen Mobilität
Karlsruhe verbindet eine kompakte Stadtstruktur mit einer langen Tradition integrierten öffentlichen Nahverkehrs. International bekannt ist das „Karlsruher Modell" — ein Stadtbahnsystem, das nahtlos sowohl auf Regionalbahnstrecken als auch im städtischen Straßenbahnnetz verkehrt und die Stadt mit der Region verbindet, ohne dass Fahrgäste umsteigen müssen. Ergänzt wird dies durch den neu gebauten City-Tunnel der „Kombilösung", der zentrale Stadtbahn- und Straßenbahnlinien im Stadtzentrum unter die Erde verlegt hat, sowie den laufenden Umbau der Kriegsstraße mit oberirdischen Straßenbahnlinien, neuer Radinfrastruktur, Fußgängerüberwegen und mehr Grünflächen.
Das Pilotprojekt konzentriert sich auf die Stadt Karlsruhe ohne ihr Umland. Ihre kompakte, dichte und fächerförmige Struktur sowie das ausgeprägte multimodale Mobilitätsprofil machen sie zu einem besonders geeigneten Testgebiet, um gemessene und wahrgenommene Erreichbarkeit, Mobilitätsgerechtigkeit, Verkehrsnachfrage und -angebot sowie nachhaltige Stadtlogistik zu untersuchen. Während die Mobilitätslösungen stadtweit ansetzen, liegt der Schwerpunkt der Stadtlogistik auf der Innenstadt.
Modal Split nach MiD 2017. Die durchschnittliche Wegezeit zu wichtigen Alltagszielen beträgt rund 6,2 Minuten (Schwarze et al., 2025, BBSR) — ein Wert, der Karlsruhe zu einem besonders relevanten Fallbeispiel für die 15-Minuten-Stadt macht.
Das SmartUrbanity-Pilotprojekt
Bürgerbeteiligung, Erreichbarkeitsanalyse und agentenbasierte Stadtlogistik
Bürgerbeteiligung & Datenerhebung
Über die Plattform Access Together werden Bürgerbefragungen zu wahrgenommener Erreichbarkeit und Mobilitätsbarrieren durchgeführt, ergänzt durch Interviews und Workshops mit Fachleuten und besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen.
Agentenbasierte Mobilitätssimulation
Mit mobiTopp wird die Verkehrsnachfrage agentenbasiert simuliert. Die Access Hub / Accessibility Analysis Platform verbindet gemessene mit wahrgenommener Erreichbarkeit zu einem einheitlichen Analysebild.
Nachhaltige Stadtlogistik
Mit logiTopp werden Szenarien für den städtischen Paket- und Lieferverkehr in der Innenstadt bewertet — mit dem Ziel, ein tragfähiges Gleichgewicht zwischen wohnortnahem Einzelhandel und effizienter Lieferlogistik zu finden.
Der Pilot setzt und testet digitale Werkzeuge für Bürgerbeteiligung, Erreichbarkeitsanalyse und simulationsgestützte Bewertung: Access Together als Beteiligungs- und Befragungstool, Access Hub für gemessene und wahrgenommene Erreichbarkeit, mobiTopp für die agentenbasierte Simulation der Verkehrsnachfrage sowie logiTopp für Stadtlogistik-Szenarien.
Hauptziele
- Verbessertes Verständnis gemessener und wahrgenommener Erreichbarkeit in Karlsruhe
- Einsatz engagierender Datenerhebung und Integration agentenbasierter Modelle (mobiTopp)
- Verbesserung des Zugangs zum öffentlichen Nahverkehr (Zu- und Abgang)
- Bewertung der Mobilitätsgerechtigkeit für vulnerable Gruppen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen
- Entwicklung nachhaltiger Stadtlogistiklösungen (logiTopp) für die Innenstadt
Zentrale lokale Partner
Die Pilotleitung liegt beim Karlsruher Institut für Technologie (KIT), in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Karlsruhe und dem lokalen Verkehrsverbund KVV. Als unterstützende Projektpartner tragen Sapienza, CTLup, Movesion, ZHAW, ENTPE, SZTAKI und EGE zum Pilotprojekt bei.
Ziele und erwartete Ergebnisse
Evidenzbasierte, bürgerorientierte Mobilitätsplanung für Karlsruhe
Der Pilot soll das Verständnis dafür verbessern, wie Bürgerinnen und Bürger Erreichbarkeit in Karlsruhe tatsächlich erleben — und wie sich dies von der berechneten Erreichbarkeit unterscheidet. Er liefert belastbarere Grundlagen zur Messung von Mobilitätsgerechtigkeit, insbesondere für vulnerable Gruppen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, hilft dabei, Diskrepanzen zwischen Verkehrsnachfrage und -angebot zu erkennen, und untersucht, wie aktive und nachhaltige Logistiklösungen zu einem umfassenderen 15-Minuten-Stadt-Ansatz beitragen können.
Erfolgsindikatoren
- Stärkeres bürgerschaftliches Engagement
- Erhöhte Inklusivität für Bürgerinnen und Bürger
- Verstärkte internationale Zusammenarbeit
- Frei zugängliche Projektergebnisse (Open Access)
- Simulationsbasierte Kennzahlen zu Fahrzeugkilometern und Wegeanzahl zur Bewertung von Umweltwirkungen
Was sich für die Bürgerinnen und Bürger ändert
Die Mobilitätsdaten und Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger zu Alltagsbarrieren und Lücken in der Stadt tragen unmittelbar zu einem besseren Verständnis der Erreichbarkeit in Karlsruhe bei. Ihre Beiträge fließen in ein Erreichbarkeitswerkzeug ein, das berechnete Erreichbarkeit, wahrgenommene Mobilitätseinschränkungen und Erkenntnisse zur Stadtlogistik zusammenführt — für eine informiertere, transparentere und evidenzbasierte Planung.
Impressionen aus Karlsruhe
Einblicke in die Pilotstadt und ihre Mobilitätsinfrastruktur
„Der Karlsruher Pilot ist wichtig, weil er gemessene Erreichbarkeit, die gelebte Mobilitätserfahrung der Bürgerinnen und Bürger und Stadtlogistik-Szenarien zusammenführt, um Mobilitätsungleichheiten aufzudecken und eine inklusivere, evidenzbasierte Planung für eine nachhaltige 15-Minuten-Stadt zu unterstützen."— Karlsruher Pilotteam, KIT